Inshindo
Zambia

Tutoren unterrichten in Dörfern

Die ländliche Bevölkerung Sambias zählt zu den ärmsten Afrikas. Sambia ist insbesondere von einer hohen Sterblichkeitsrate durch den HI-Virus betroffen. Dies erklärt auch, warum 45 Prozent der Bevölkerung in Sambia unter 15 Jahre alt ist und rund eine Million AIDS-Waisenkinder gezählt werden.

AIDS als größtes Problem

Das Ausmaß der Epidemie hat auch katastrophale Auswirkungen auf das Bildungswesen. Immer mehr Kinder müssen die Schule abbrechen, um sich um ihre kranken Eltern und Geschwister zu kümmern und den Lebensunterhalt zu bestreiten. Jedes Jahr sterben zwei Drittel der eingeschulten Kinder.

Auf dem Land ist die Situation noch dramatischer. Einige Untersuchungen zeigen, dass Stadtbewohner deutlich häufiger zur Schule gehen als Landbewohner. Die Ungleichheit in der Bildung entsteht durch den Mangel an Ressourcen und Einrichtungen, wie ausgebildete Lehrern, Schulbüchern und Klassenräume. Auch die niedrige Einschulungsrate in Sambia wird auf den Mangel an Grund- und weiterführenden Schulen und den schlechten Bildungsstandard, insbesondere in den Grundschulen, zurückgeführt.

Schulweg als Martyrium

Der Durchschnittsschüler geht jeden Morgen sieben Kilometer zu Fuß zur Schule, hat nichts gegessen, ist müde, unterernährt, leidet unter Darmparasiten, ist bei der Ankunft verschwitzt und kann sich nicht konzentrieren. Er oder sie teilt mit 50 anderen Kindern einen Klassenraum, deren Zustand ähnlich armselig ist. Die Aufnahmefähigkeit der Kinder ist dementsprechend gering. Die Lehrer sind unzureichend ausgebildet und unterbezahlt. Sie sprechen die Unterrichtssprache Englisch oftmals nur schlecht. Akustik und Belüftung sind dürftig, das Klassenzimmer dunkel, es gibt keine Kreide. Die Schule ist eine fremde Welt, die den Schülern auf unzureichende Art Wissen zu vermitteln versucht. Der Lehrstoff ist nicht an das soziale Umfeld der Kinder und die Gesellschaft als Ganzes angepasst. Nur unzureichend kann das Erlernte später im Beruf genutzt werden.

Entwicklungsschule als Ziel

Inshindo will einen Beitrag dazu leisten, diesenTeufelskreis des Schulabbruchs und der niedrigen Einschulungsquote im Sekundarbereich zu durchbrechen. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um Kinder und Jugendliche in ihren Dorfgemeinschaften mit Hilfe von Tutoren vor Ort zu unterrichten. Ziel ist es, eine Entwicklungsschule aufzubauen, die sich am Erfolgsmodell der FUNDAEC Entwicklungsschule orientiert.

Bildung an Bedürfnissen orientieren

Die Maxime des Projektes ist die Berücksichtigung der örtlichen Bildungsbedürfnisse. Die ersten der 18 geplanten Arbeitsbücher zu den verschiedensten Themenbereichen wurden bereits veröffentlicht. Wichtiger Bestandteil des Lehrplans ist das „soziale Lernen“. Die Erfahrung zeigt, dass sich Fähigkeiten aus folgenden Elementen zusammensetzen: Wissen, Fertigkeiten, entsprechende Einstellungen, Verstehen von Konzepten und die Anwendung universeller Prinzipien auf Alltagsprobleme. Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrplanentwicklung soll das Ausbildungsprogramm auch in andere Regionen Afrikas übertragen werden.

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