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EIN FUNDAMENT FüR DIE ZUKUNFT GELEGT

Bevölkerung von Tschad profitiert noch heute von den Impulsen eines abgeschlossenen Projektes

Auf Rang 11 der am wenigsten entwickelten Nationen der Welt steht laut einem Report der Vereinten Nationen die Republik Tschad. Die Bevölkerung muss im Durchschnitt mit weniger als drei US Dollar pro Tag auskommen, 73 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Erwachsenenalphabetisierungsrate beträgt bei Männern 53 und bei Frauen lediglich 36 %. Ein Projekt gibt Hoffnung.

Ausbildung für ein besseres Leben

APRODEPIT, Gesellschaft zur Förderung und Entwicklung von Fischzucht, war eine anerkannte Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Sarh, einer Stadt am Chari Fluss im Süden des Landes. Vorrangiges Ziel war die Ausbildung zur Verbesserung der allgemeinen Lebensverhältnisse.

Ökologie als Basis


Nachdem sich in der Region der Fischbestand drastisch reduziert hatte und es nahezu keine Fische mehr im Chari River gab, war einem wesentlichen Teil der Bevölkerung eine wichtige Lebensgrundlage verloren gegangen. Grund für diese Katastrophe war, dass die Fischer nicht um die ökologischen Voraussetzungen für den Erhalt des Bestandes wussten. Unzulässige Fischfangpraktiken, bei denen engmaschige Netze und sogar Dynamit eingesetzt wurden, bedeuteten das Ende des Fischbestandes. Der Wasserspiegel sank, die Fische starben beinahe aus. Es musste etwas getan werden, um das Leben im Fluss zu retten.

Natur und Bevölkerung profitieren

Kosse Malle (†), Gründer der Organisation, begann 1980 in Bongor mit einer Fischzucht. Er wollte sein Wissen, das er in einer Fischzuchtausbildung erworben hatte, in einem Projekt verwerten. Mit einem Mitarbeiter hob er zwei Teiche aus. Hier wurden an die 3000 Tilapia gezüchtet. Dieser Fisch wächst sehr schnell und vermehrt sich rasant. Der Erfolg gab ihm recht. Gemeinsam mit elf anderen Familien wurde die APRODEPIT gegründet. Über die Fischzucht hinaus spezialisierte man sich auch auf die Fisch-Konservierung durch Trocknen und Räuchern.

Großes Potenzial



Die Organisation startete ein Lernprogramm für die Ausbildung von Fischzuchtunternehmern. So wurde die Fischpopulation in der Region gerettet. Vor Ort wurden neue Technologien eingesetzt und Schutzzonen bestimmt. Die Menschen nahmen an den Projekten teil und eigneten sich Fachwissen über Fischzucht und Vermarktung an. In der Zwischenzeit arbeiten bereits 143 Gruppen in der Region von Sarh, 98 Männer- und 45 Frauengruppen.

Nachhaltigkeit in vielen Bereichen

Die Organisation hat auch wichtige Grundsteine in weiteren Bereichen gelegt: Waldrodungen, Schutz der Wildtiere, Verbesserung der Schulausbildung und Ende der Benachteiligung der Frauen rückten zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Eine Schule und eigene Alphabetisierungsklassen wurden ins Leben gerufen. Jetzt ist es an der Bevölkerung von Tschad, den Spuren von APRODEPIT weiter in eine glücklichere Zukunft zu folgen.